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FAQ | 34a Sachkunde | Was ist? | Vorbereitung | Kurs

Alle Fragen und Antworten zum "34a-Schein", zur Sachkunde-Vorbereitung in Kursen und geförderten Maßnahmen mit Bildungsgutschein u.a. Förderung

Allgemeine Fragen und Antworten zur IHK-Sachkunde nach § 34a

Was ist die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO?

Die Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung ist ein bundesweit anerkannter IHK-Nachweis. Sie ist für die meisten qualifizierten Tätigkeiten im Bewachungsgewerbe gesetzlich vorgeschrieben.
(siehe: § 34a GewO und BewachV)

Wer braucht die Sachkundeprüfung?

Personen, die im Sicherheitsdienst verantwortungsvollere Aufgaben übernehmen möchten. Außerdem müssen ebenfalls Gewerbetreibende (Selbständige / Unternehmer) sowie Personen in einer Leitungsposition ("eine der mit der Leitung des Betriebes oder einer Zweigniederlassung beauftragten Person") im Bewachungsgewerbe sachkundig sein.

Ist die Sachkundeprüfung gesetzlich für alle Sicherheitsmitarbeiter vorgeschrieben?

Nein. Nicht für alle Tätigkeiten, aber für qualifizierte Aufgaben im Bewachungsgewerbe ist die Sachkunde vorgeschrieben. Eine weitere Möglichkeit, legal im Bewachungsgewerbe nach § 34a Gewerbeordnung zu arbeiten ist die 40-stündige Unterrichtung, bei der jedoch im Gegensatz zur abgelegten Sachkunde-Prüfung, wegen der niedrigeren Qualifikation, die Einsatzbereiche wesentlich eingeschränkt sind.

Ist die IHK-Sachkunde die einzige und die einfachste Qualifikation für das Bewachungsgewerbe?

Nein. Als niedrigster Einstieg im Sicherheitsgewerbe gilt die 40-stündige Unterrichtung nach § 34a Gewerbeordnung, die bei einer Industrie- und Handelskammer (IHK) absolviert werden kann. Die Unterrichtung kann überregional dort erworben werden, wo eine IHK diese Qualifikation anbietet. Allerdings darfst Du mit dem Zertifikat der Unterrichtung (U40) bei weitem nicht in allen Bereichen arbeiten.

Wo wird die Sachkunde-Prüfung abgelegt?

Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK), die für Deine Region zuständig ist, kannst Du die Sachkundeprüfung ablegen. Einige IHK-Standorte nehmen auch Prüflinge aus der gesamten Bundesrepublik. Allerdings schränken in der letzten Zeit immer mehr IHKs den sogenannten "Prüfungstourismus" ein, indem sie nur noch Prüflinge aus ihrem direkten Einzugsgebiet der IHK aufnehmen.

Wo finde ich eine Auflistung aller IHK-Standorte und der Kontaktdaten, an denen die Sachkundeprüfung oder die Unterrichtung nach § 34a GewO abgelegt werden kann?

Ja, die findest Du auf lederer.info unter nachfolgendem Link | hier klicken ... 

Ist der "34a-Schein" dasselbe wie die Sachkunde oder Unterrichtung? Wie bekomme ich ihn?

Nein, aber die Begriffe werden häufig synonym benutzt. In manchen Regionen sagt man zur 40-stündigen Unterrichtung einen "34a-Schein", an anderen Orten in Deutschland nennt man die IHK-Sachkunde-Prüfung "34aSchein". Deshalb bekommst Du keinen "34a-Schein", sondern Du kannst an der 40-stündigen Unterrichtung teilnehmen oder die Sachkundeprüfung bestehen.

Was ist ein sogenannter "kleiner" und ein "großer Schein" im Bewachungsgewerbe?

Damit sind zwar die beiden Grund-Qualifikationen Unterrichtung (U40) und IHK-Sachkunde nach § 34a GewO gemeint. Die Begriffe "kleiner" und "großer Schein" sind aber nur die Alltags-Bezeichnungen, keine Fachbegriffe.


Arbeiten mit der Sachkunde oder Unterrichtung

Kann man auch ohne jede Qualifikation im Bewachungsgewerbe arbeiten?

Jede/r Sicherheitsmitarbeiter/in (SMA) muss in das Bewacherregister (BWR) eingetragen werden. In das BWR kann aber nur eingetragen werden, wer mindestens die 40-stündige Unterrichtung bei einer IHK vorweisen kann.
Aber auch Qualifikationen außerhalb des Sicherheitsgewerbes ermöglichen die Eintragung in das Bewacherregister. Dazu zählt eine abgeschlossene Ausbildung bei Polizei, Zoll und Justizvollzug sowie als Feldjäger.  

Wird es bestraft, wenn ohne Sachkunde im sachkundepflichtigen Bereich gearbeitet wird?

Ja, es kann durch die zuständige Behörde (z.B. Ordnungsamt, Gewerbeamt, Zoll, ...) mit einem Bußgeld geahndet werden, wenn ohne Sachkunde im sachkundepflichtigen Bereich gearbeitet wird. Nach Bewachungsverordnung (BewachV) und Gewerbeordnung (GewO) kann ein Bußgeld in Höhe bis 5.000 Euro erhoben werden. 

Kann ich auch ganz ohne Erfahrung im Sicherheitsdienst anfangen?

Na klar. Viele Menschen starten - z.B. aus der Arbeitslosigkeit oder einfach aus Interesse - als Quererinsteiger, ganz ohne jedwede Vorerfahrung, in die Sicherheitsbranche ein. Allerdings müssen sie sich erst einmal einer Qualifikation unterziehen - mindestens der 40-stündigen Unterrichtung U40, aber besser der Sachkunde!

Müssen alle Sicherheitsmitarbeiter im Bewacherregister eingetragen sein?

Ja! Im Bewacherregister müssen alle Sicherheitsunternehmen sowie alle im Bewachungs- / Sicherheitsgewerbe legal Beschäftigten eingetragen sein. Außerdem dürfen sie erst dann tätig werden und arbeiten, wenn sie im Bewacherregister freigegeben worden sind! 

Was ist das Bewacherregister, wofür gibt es das und was/wer wird dort eingetragen?

Das Bewacherregister (BWR) ist dem Bundesministerium des Innern unterstellt und ist eine Datenbank, in der alle Unternehmen und alle Sicherheitsmitarbeiter mit einer eigenen Bewacherregisteridentifikationsnummer (Bewacher-ID) eingetragen werden, damit sie von den dafür zuständigen Landes-Behörden (Ordnungsamt, Gewerbeaufsicht, Gewerbeamt, (...)) sowie der Polizei sowie dem Zoll, bundesweit kontrolliert werden können.
Anhand der dort hinterlegten Daten kann zu jeweilige zuständige Behörde überprüfen, ob Sicherheitsmitarbeiter (SMA) und deren Bewachungunternehmen legal dort arbeiten werden, wo sie gerade angetroffen worden sind. 


Kosten und Bildungsgutschein

Was kostet die IHK-Sachkundeprüfung?

Die IHK-Prüfung kostet je nach IHK zwischen ca. 150 und 250 Euro.

Kann die § 34a Vorbereitung in einem Kurs mit Bildungsgutschein finanziert werden?

Ja. Die Vorbereitung auf die IHK-Sachkundeprüfung kann aber ausschließlich bei einem nach AZAV zertifizierten Weiterbildungsträger wie LEDERER_training mit einem Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt werden, da sowohl die Maßnahme (Lehrgang) als auch der Träger selbst von einer Fachkundigen Stelle überprüft und zertifiziert werden müssen.

Was ist ein Bildungsgutschein? Unter welchen Bedingungen bekomme ich ihn?

Der Bildungsgutschein (BGS) ist eine eine Maßnahme der Förderung der Agentur für Arbeit (ggf. unter Beteiligung eines Jobcenters) zur Finanzierung einer Weiterbildung (nach § 81 SGB 3) bei Leistungsbezug oder bei drohender Arbeitslosigkeit. Der Bildungsgutschein ist eine sogenannte Ermessensleistung und muss von der/dem zuständigen Sachbearbeiter/in bewilligt werden. 

Wer entscheidet über den Bildungsgutschein?

Die jeweils zuständige Arbeitsagentur oder das Jobcenter. Seit 01.01.2025 werden Bildungsgutscheine nur noch über die Arbeitsagenturen ausgegeben. Die zuständige Integrationsfachkraft (IFK) im Jobcenter entscheidet aber im ersten Schritt darüber, ob die/der Arbeitssuchende/Arbeitslose mit Leistungsbezug aus der Grundsicherung zur Agentur für einen Bildungsgutschein weitergeleitet wird. 

Werden mit dem Bildungsgutschein die gesamten Kosten übernommen? Sind auch die Prüfungsgebühren enthalten?

Grundsätzlich werden alle anfallenden Kosten, die mit der Maßnahme zusammen hängen, mit der Bewilligung der Bildungsgutscheins durch die Arbeitsagentur getragen. Fahrkosten zum Unterricht beim Weiterbildungsträger bei Präsenzkursen werden dann ebenfalls übernommen.
Unter Umständen können sogar längere Fahrten zum Prüfungsort oder sogar Übernachtungskosten übernommen werden - selbst bei einem ansonsten vollständig online stattfindenden Kurs.

Habe ich einen Rechtsanspruch auf einen Bildungsgutschein, wenn ich arbeitslos bin?

Nein. Die Herausgabe eines Bildungsgutscheins nach § 81 SGB 3 liegt im Ermessen Deiner Vermittlungs- / Integrations-Fachkraft. Allerdings hast Du ein Recht auf eine ermessensfehlerfreie Entscheidung


Persönliche Voraussetzungen für die Teilnahme an einer IHK-Sachkundeprüfung

Gibt es eine Altersgrenze?

Teilnehmende müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Und auch nach oben gibt es keine Altersgrenze.

Welche Voraussetzungen gibt es noch, um an der 34a-Prüfung teilzunehmen?

Du musst Dich lediglich zur Prüfung mit einem amtlichen Ausweisdokument ausweisen können und Dich frühzeitig zur Prüfung anmelden.

Ist ein bestimmter Schulabschluss für den 34a-Schein erforderlich?

Nein. Ein Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Gerade das ist eine große Chance, wenn Du keinen Hauptschulabschluss hast! Du kannst sogar eine richtige Ausbildung darauf aufbauen.

Welche persönlichen Erfordernisse gibt es, um die Prüfung zu bestehen?

Du solltest gut und möglichst schnell lesen und schreiben können. Für Menschen mit Schreib-/Lese-Schwäche gibt es aber spezielle Kurse, die länger dauern, damit bei der Prüfung das Lesen und Schreiben später flüssiger geht.

Kann ich trotz negativer Schufa-Einträge oder Schulden im Sicherheitsdienst arbeiten?

Es kommt darauf anIn vielen Fällen ja. Schulden allein verhindern normalerweise keinen Einstieg. Aber es gibt bestimmte Bereiche, wo geordnete Vermögensverhältnisse verlangt werden. Darunter fällt insbesondere der Gewerbetreibende im Sicherheitsgewerbe. 
Außerdem wirst Du im Geld- und Werttransport und bei der Bewachung kritischer Infrastrukturen (z.B. Bundeswehr-Liegenschaften) voraussichtlich nicht eingestellt.

Du kannst aber in jedem Fall - selbst unter den schlechtesten Voraussetzungen - die § 34a Sachkundeprüfung absolvieren, da die IHK diese Sachverhalte nicht interessieren.
Wenn die Bedingungen für Dich passen und Du über einen Bildungsgutschein die Weiterbildung zu 100% finanziert bekommst, solltest Du sie nutzen und zunächst anderweitig legal im Sicherheitsgewerbe arbeiten.


Kurse zur Prüfungs-Vorbereitung - welche gibt es? Was ist zu beachten?

Kann ich die §34a Sachkundeprüfung auch online ablegen?

Nein. Die § 34a Sachkundeprüfung kann nur vor einem Prüfungsausschuß bei einer IHK in Präsenz abgelegt werden. Es gibt jedoch (auch bei uns) Online-Vorbereitungskurse, die Dir hervorragend dabei helfen, Dich auf Deine § 34a-Sachkunde-Prüfung vorzubereiten.

Kann ich den Kurs auch online machen? Zu welchem Anbieter der Weiterbildung soll ich?

An einem Kurs, der als Maßnahme für die Durchführung als Online-Kurs zertifiziert ist, kann online von Zuhause teilgenommen werden. In den letzten Jahren sind viele neue Online-Kurse auf den Markt gekommen. Genaues Hinsehen lohnt sich. Häufig können die Bewertungen bei Google oder Trustpilot (u.a.) sehr gute Informationen über die Qualität des jeweiligen Trägers bringen. Nicht die schiere Anzahl ist bedeutsam, es sollte vielmehr auf die Inhalte der Bewertungen geachtet werden. 

Kann die 34a-Sachkunde in einer anderen Sprache als Deutsch geprüft werden?

Nein. Die Prüfungssprache - schriftlich wie mündlich - ist ausschließlich Deutsch.

Wird ein 34a-Sachkunde-Kurs in einer anderen Sprache als Deutsch durchgeführt?

Nein. Bei LEDERER_training jedenfalls nicht. Grundsätzlich kann ein Kurs als Kombination aus Sprache und Prüfungsstoff lernen durchgeführt werden. Das ist aber zeitlich und inhaltlich sehr aufwendig. Daher sollten Teilnehmende mindestens auf dem Niveau B1/B2 Deutsch sprechen, schreiben und lesen können, um teilnehmen zu können.

Kann die Prüfung auf Arabisch, Polnisch, Russisch, Ukrainisch, Albanisch, Persisch, Pashtu oder in einer anderen Sprache abgelegt werden?

Nein. Wie bereits erwähnt: gute Deutschkenntnisse (mind. B2-Niveau) sind absolut notwendig, da die Prüfung nur auf Deutsch stattfindet.
Daher findet bei LEDERER_training auch der Unterricht ausschließlich auf Deutsch statt!

Im Zusammenhang mit der 34a-IHK-Sachkundeprüfung werden häufig Straftaten begangen! Was kann strafbar sein? Und was passiert, wenn es rauskommt?

Betrug | § 263 Strafgesetzbuch (StGB)

Urkundenfälschung | § 267 Strafgesetzbuch (StGB)

Mißbrauch von Ausweispapieren | § 281 Strafgesetzbuch (StGB)

Grundsätzlich geht es hierbei um Betrugsdelikte und ähnliche Straftaten, bei denen mit rechtswidrigen Mitteln ein Sachkunde-Zertifikat unrechtmäßig erworben wird.
 
Gemeint ist damit das Kaufen von falschen Zertifikaten, das Fälschen von echten Zertifikaten, das Inverkehrbringen von falschen Zertifikaten, oder beispielsweise, wenn Sachkundige mit falschen Papieren für andere zur Prüfung gehen oder mit digitalen Mitteln die Ergebnisse durchgegeben werden.
 
Die Konsequenz ist nicht "nur" die Straftat an sich, sondern eine Verurteilung führt i.d.R. zu einer regelmäßigen Unzuverlässigkeit der Täter und Mittäter, und somit zur Bestrafung einerseits und zur Unmöglichkeit einer Eintragung in das Bewacherregister andererseits für die nächsten 5 Jahre nach Verurteilung!

UND ...!
Die Prüferinnen und Prüfer sowie auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IHK werden darin geschult, Betrug zu erkennen!

ALSO, FINGER WEG VON ILLEGALEN MAßNAHMEN! (Das sind keine "Kavaliersdelikte"!)

Hier sind die Links zu den einzelnen Paragraphen der Straftaten | Zum Nachlesen der Konsequenzen!
§ 263 StGB Betrug

§ 267 StGB Urkundenfälschung

§ 281 StGB Missbrauch von Ausweispapieren